OSL im August 2020

Liebe Leser der aktuellen OSL-Informationen!

Was liegt an

Als wir diesen Bericht geschrieben haben, war es Anfang Juli und noch nicht absehbar, wie sich die Corona-Situation entwickeln wird. Zum jetzigen Zeitpunkt waren bis zu diesem Termin keine offiziellen Veranstaltungen im und am OSL-Vereinsheim geplant. Auch für Einzel- und Gruppenaktionen sollte es geschlossen bleiben. Sollten sich in der Zwischenzeit Änderungen ergeben, werden wir durch einen Aushang am Fenster des Vereinsheims, auf unserer Homepage und per eMail an die OSL-Mitglieder informieren.

Blick achteraus

Nachdem die Häfen für Sport- und Segelboote nach Corona wieder offen waren, berichtet unser Vereinsmitglied Jürgen Christ nachfolgend von seinem ersten Törn.

Mit SY OCTOPOT für 5 Tage in der Schlei

Während der allgemeinen Corona Einschränkungen waren ja auch die Häfen geschlossen und jeder Verkehr auf dem Wasser war damit unterbrochen. Erst einige Tage vor Pfingsten wurde es uns wieder erlaubt, Seeluft zu schnuppern. Ich hatte mein Segelboot OCTOPOT über Winter in die Schwentine verlegt und in der Markmannwerft im Wasser belassen. Mit deutlich weniger Gebühren für den Winterplatz spart man somit einige Scheine. Allerdings kommt man nicht umhin, einen Hobbytaucher zu engagieren, um den Propeller, das Ruder und den Kiel von Muscheln und Pocken zu befreien. Wieder zurück im Heimathafen Wendtorf wurde das Boot für meine Pfingsttour klargemacht.

Die OCTOPOT ist klar zum Start

Es war Sonnabend vor Pfingsten, die Sonne lachte, der Wind war schwach, so entschied ich mich für eine Fahrt in die Schlei.Mit dem OSL-Stander unter der Backbord Saling konnte ich endlich wieder stolz Flagge zeigen. Sehr schnell stellt sich auf dem Wasser das Gefühl von Freiheit und Weite ein, einfach Entspannung pur. Der Windgott Rasmus spielte mit, so hielt der Wind bis unmittelbar vor Schleimünde durch. Die Segel wurden geborgen, der Motor gestartet und der Bug nach Westen gerichtet. Hinter Maasholm rechtwinklig nach Steuerbord, findet man nicht nur Liegeplätze im Werfthafen, sondern auch wunderbaren Ankergrund. Am Ende des Tages zählte ich dann 18 Ankerlieger, die mit mir zusammen den idyllischen Sonnenuntergang bewunderten.

Weiter ging es am Sonntag bei Schwachwind nach Kappeln, wo ich zunächst im "Stadthafen" eine freie Box fand. Wie man sich gut vorstellen kann, brummte dort der Bär. Touristen von nah und fern, mit Kind und Kegel bewegten sich - nicht immer mit 1,5m Abstand - im Hafenbereich und in der Einkaufszone. Einmal kurz die Beine vertreten, einen Blick in die Einkaufsstraße werfen und schnell weiter. Kurz vor 17 Uhr löste ich die Festmacherleinen und schlüpfte mit anderen Wasserfahrzeugen durch die gerade geöffnete Klappbrücke.

Die Klappbrücke in Kappeln

Den Abend verbrachte ich in der Marina Lindaunis. Dieser schmucke kleine Hafen, direkt vor der alten, kombinierten Eisenbahn-Straßen-Rollklappbrücke aus dem Jahr 1927, ist ruhig und vom Betreiberehepaar liebevoll gestaltet. Es fehlte an nichts. Es gab sogar Mund / Nasemasken für 8 € zu kaufen und auch an Desinfektionsmittel war gedacht. Zu empfehlen ist eine gut einstündige Wanderung rund um das große Noor. Zum Abend fand ich mich bei einem kühlen Weißbier auf dem Campingplatz wieder.

Solche Motive lieben alle Segler in der Schlei

Ja, was soll ich über das Segeln berichten, kein Wind und wolkenloser Himmel ist nicht immer Seglers first wish. So ging es durch die Klappbrücke, die immer für zehn Minuten vor jeder vollen Stunde öffnet, nur wenige Seemeilen bis zum kleinen Hafen Hülsen weiter. Das Gebiet ist durch eine schön angelegte Ferienhaussiedlung bebaut. Ein Rundweg führt durch diese Idylle. Es mag an Corona liegen, alles war ruhig und fast menschenleer. Ich genoss dieses Pfingsten in der Natur.

Recht früh am Dienstagmorgen drehte ich den Bug wieder zur Ostsee. Bei spiegelglattem Wasser gelangen mir in der Morgensonne einige schöne Bilder. Wieder an der Klappbrücke angekommen, die Überraschung. Ein dicker Schlepper im Schiebemodus schob im festen Verbund einen großen Baukran durch das enge Loch. Der Baukran wurde für weitere Brückenarbeiten auf die andere Seite verfrachtet. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Der Schleppverband passiert die Brücke von Lindaunis

Dieser Tag wurde wieder vor Anker beendet. Über die Heckleiter war es nun an der Zeit ins Wasser zu steigen und das Boot ringsherum zu inspizieren. Das Anbaden war überfällig, alles war in Ordnung. Mit gutem Wind ging es am nächsten Tag der Küste nach Osten entlang. Weil für den Abend Gewitter mit entsprechendem Starkwind angesagt war, ließ ich diesmal Damp 2000 an Steuerbord liegen, um meinen Heimathafen Wendtorf möglichst vor dem Wetterumschwung zu erreichen. Eigentlich war zur späten Mittagszeit war noch ein kurzer Aufenthalt in Strande eingeplant. Aber bei böigem Südostwind hatte ich dann gegen 16 Uhr doch einige Mühe mit Motorunterstützung nach Wendtorf zurück zu kommen.

Nun ist schon wieder einige Zeit vergangen, es ist bereits Ende Juni und ich befinde mich mit meiner OCTOPOT bis Mitte Juli an Schwedens Südküste und im Gebiet um Bornholm. Über Einzelheiten dieses Törns werde ich in einer der nächsten Ausgaben berichten.

Text und Fotos: Jürgen Christ