OSL im Februar 2021

Liebe Leser der aktuellen OSL-Informationen!

Aufgrund der Maßnahmen, die die Bundes- und die Landesregierung am 5. Januar 2021 beschlossen haben, werden bis auf weiteres keine Veranstaltungen im und am OSL-Vereinsheim im Hafenpavillon stattfinden. Sollte sich zwischendurch oder danach etwas ändern, werden wir alle Nutzer des Vereinsheims per Fenster-Aushang bzw. per eMail informieren.

Blick achteraus

Zweiter Teil des Logbuch-Berichtes von Uli Pöhlmann und Susan Luckwald über ihren Ostseetörn mit der FRIEDA. Diesmal von der Insel Bornholm nach Utklippan.

Was bisher geschah: Der Sommer-Segeltörn 2018 sollte uns über die Ostküste Schwedens zu den Alandinseln und zurück durch den Götakanal über Göteborg, Kattegat und die dänische Südsee nach Laboe führen. Der erste Logbuch-Bericht beschrieb kurz die Reise von Laboe über Marstal nach Omö und von dort zur Insel Mön. Von dort ging es in einem Rutsch die fast 100 Seemeilen zur Insel Bornholm.

Zweiter Teil:

Wer in die Ostschären Schwedens will, hat eine lange „Anfahrt“. Von Kiel bis Stockholm sind es fast 600 Seemeilen. Da ist es schön, wenn man reizvolle Etappenziele herausfindet. Die Insel Bornholm ist so eines und die folgenden auf dem Weg nach Norden ebenso.

Wie berichtet war die Überfahrt mit der FRIEDA von Mön nach Bornholm recht zügig. Die 13 Stunden für fast 100 Seemeilen hatten wir dem frischen Nordwestwind zu verdanken.

Unser Kurs von Rönne bis Utklippan

Für Bornholm sollte man sich aber etwas Zeit nehmen. Wir blieben fünf Tage am Anker und fuhren nur tagsüber in Häfen, um unsere Fahrradtouren über die Insel machen zu können. Die schöne dänische Insel lädt ein zum Ankern, zum SUP-Boarden, am Strand liegen im sanduhrfeinen Sand oder auch zum Fahrradfahren. Die Häfen sind allerdings im Sommer übervoll und wer nicht auf „Päckchen“ steht, muss zum Abend wieder raus an den Anker. Die Sonnenuntergänge sind dort ja sowieso die schönsten.

Bornholm: Svaneke voraus und der „leere“ Hafen von Svaneke

Nach einigen Tagen fuhren wir ein kleines Stück weiter nach Norden. Von der Ostseite Bornholms, dort wo auch Svaneke liegt, konnte man unser Ziel mit bloßem Auge sehen. Die Erbseninseln. Sie liegen zehn Seemeilen bzw. 18 km nordöstlich der Stadt Gudhjem. Die Inselgruppe hat gute 30 Hektar Fläche und besteht aus den drei Felseninseln Christiansø, Frederiksø, Græsholm und einigen Schären und Felsen. Sie sind der östlichste Punkt Dänemarks. Christiansø, die größte der Inseln und oft auch Namensgeber des gesamten Archipels, und Frederiksø sind bewohnt - gerade einmal knapp 100 Menschen leben dort. Græsholm hingegen ist unbewohnt und seit 1926 ein Vogelschutzreservat. Früher als Flottenstützpunkt Dänemarks gedacht, ist Christiansø heute ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge von der Insel Bornholm aus.

Halbleeres Hafenbecken von Christiansø

Neben den alten Festungsanlagen, dem Leuchtturm, den ehemaligen Militärunterkünften und den kleinen Wohnhäusern sind es vor allem die kleinen Gärten, die Besucher begeistern.

Auf Christiansø gibt es viel zu entdecken ….

….. und nach der Tour, ein mutiger Sprung vom Felsen

Nach nicht einmal zwei Stunden Segeltörn legten wir am Vormittag im Naturhafen zwischen Christiansø und Frederiksø direkt an einer Kaimauer an, nichtahnend was im Laufe des Tages so passieren würde.

Die Erkundung beider Inseln dauert mit Badeunterbrechungen einige Stunden und ist ein herrliches Erlebnis. Im klaren Ostseewasser konnten wir schnorcheln und mit den SUP-Boards bei schönstem Sommerwetter auch noch paddelnd die Zeit genießen.

Die Überraschung war groß, als wir nach einigen Stunden am Nachmittag zu unserer FRIEDA zurückkehrten. Es hatte sich ein Päckchen von zehn Booten an unser Schiff geheftet. Na Mahlzeit, dachten wir, hoffentlich hält unser Boot das aus. Riesige Segelyachten, alle über 40 Fuß, sorgten für die Ameisenstraße von Boot zu Boot und zuletzt über die FRIEDA an Land. Aber die Nachbarn waren freundlich und das Wetter bescherte uns einen windstillen Abend, damit auch relative Ruhe im Cockpit.

Am nächsten Tag, nachdem sich das Päckchen aufgelöst hatte, verholten wir die FRIEDA an einen „päckchenfreien“ Ort. Wir wollten sicherstellen, dass wir am nächsten Tag früh morgens problemlos gen Norden starten konnten.

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich eine weitere Felseninsel ca. 15 Seemeilen vor dem schwedischen Festland sein: Utklippan.

Doch in meinem Informationsmaterial stand leider, dass die Insel bzw. der Minihafen wohl aus Naturschutzgründen gesperrt sei. Unsere Trauer teilten wir am Abend vor der Abfahrt unseren Liegenachbarn mit. Die allerdings zogen uns sofort den schmerzenden Zahn und erzählten, dass sie gerade von dort gekommen seien. Alles Bestens, das dürft ihr euch nicht entgehen lassen, Leuchtturm, Seelöwen... Moment, in der Ostsee?! Na ja, was Seeleute so erzählen. Mal sehen, dachten wir uns.

Die Fahrt gen Norden war überaus abwechslungsreich. Leichte Brise am Morgen, die 80 Quadratmeter Segelfläche brachten uns dennoch nur langsam voran. Nordwestwind, keine Chance auf den Gennaker, dazu immer mehr abnehmend. Der Dieselmotor musste schließlich ran. In Verbindung mit dem Autopiloten ein tolles Gespann und wir hatten Zeit für allerlei Beobachtungen. Ein wenig „Traffic“ auf See:

Achtern kreuzte die FINNLINE unseren Kurs

Etwa fünf Seemeilen östlich schob sich ein großer Frachten gen Süden. Aufmerksam wurden wir, als sich dem Schiff ein Hubschrauber näherte. Er blieb minutenlang über dem fahrenden Frachter und man konnte erkennen, dass eine Person per Seilwinde auf das Schiff herabgelassen und dann aber mit einer anderen Person zusammen zurück in den Helikopter transportiert wurde.

Helikopter-Einsatz an Steuerbord

Wir hofften und wünschten, dass diese Aktion einen guten Ausgang finden würde.

Etwas später bemerkten wir relativ schnell fahrende Motorboote, die von Süden kommend Kurs auf uns nahmen. Es waren Marineschiffe. Die dänischen Schnellboote näherten sich zügig und ….fuhren ebenso zügig an uns vorbei. Welches Interesse hätten die auch an uns haben können? Mittlerweile waren wir doch in schwedischen Gewässern!

Die Dänen wollten uns wohl nur erschrecken

Nach Stunden auf dem „Ententeich“, Land in Sicht oder besser: Felsen in Sicht

Die Felsen und der Leuchtturm von Utklippan

Inselerkundung auch von oben. Den Leuchtturm erreichten wir schwimmend, denn unser Hafenbecken hatte keine Verbindung zum „Hauptfelsen“. Aber bei Sonnenschein ist ein kühles Bad fast schon eine Belohnung.

Kegelrobben und Seehunde

Und da waren sie! Zwar keine Seelöwen!! Aber eine bunte Mischung aus Kegelrobben und Seehunden. Beide Arten gehören systematisch zu den Hundsrobben. Ostseeseehunde sind eher selten in der Ostsee, die deutlich größeren Kegelrobben häufiger, wenn auch eher an Dänemarks und Schwedens Küstenbereichen zu sehen, aber gemütlich haben sie es sich gemacht.

Abends durften wir den auf Christiansø gekauften leckeren Sild zu uns nehmen. Welch ein maritimer Genuss.

Leckeres Abendessen ….

… bei herrlichem Sonnenuntergang

Wie es weitergeht von Utklippan nach Kalmar, darüber werden wir den Leserinnen und Lesern demnächst berichten.

Text und Fotos: Ulrich Pöhlmann und Susan Luckwaldt

Zusammenfassung: Heinz Bisping