OSL im Januar 2021

OSL im Januar 2021

Liebe Leser der aktuellen OSL-Informationen!

Wenn Ihr diese Ausgabe von Laboe aktuell vor Euch liegen habt, ist ein Jahr vorüber, das als „Corona-Jahr“ in die Geschichte eingegangen ist. Und weiterhin ist nicht absehbar, wie lange diese Pandemie unser Alltagsleben noch beeinträchtigen wird.

Der Blick 12 Monate zurück auf unseren damals noch vollen Veranstaltungskalender 2020 und die danach vorgenommenen Streichungen macht das Ausmaß deutlich, wie das Virus auch unser Vereinsleben beeinflusst hat. Besonders geschmerzt hat uns, dass Alles rund um unser 20-jähriges Bestehen, und hier insbesondere die Jubiläumstörns mit den Laboer Viertklässlern auf der DE ALBERTHA, von CoViD 19 ausgebremst worden ist.

Aber wir sind zuversichtlich! Auch alle früheren Epidemien haben ihr Ende gefunden, und so wird es aufgrund aller getroffenen Maßnahmen auch mit dieser sein. Und deshalb haben wir vorsichtig damit begonnen, das Vereinsjahr 2021 zu planen.

Ein Chartervertrag mit dem Skipper der DE ALBERTHA ist bereits abgeschlossen, die ersten Abstimmungen mit der Schule zu den Kindertörns haben stattgefunden. Und auch alle anderen bekannten und beliebten OSL-Aktivitäten finden so nach und nach zumindest schon einmal schriftlich den Weg auf den Kalender. Drückt uns also die Daumen, dass sich im neuen Jahr möglichst viel von unseren Plänen auch in die Tat umsetzen lässt.

Ole Schippn Laboe wünscht Euch allen einen guten Start in ein neues und hoffentlich dann positiv-turbulentes Jahr, sowie Zufriedenheit in allen Bereichen.

Und bitte: immer schön gesund bleiben.

Maritime Grüße,

Jens Zywitza, 1. Vorsitzender OSL e.V.

Blick achteraus

Mit Neptun unterwegs – Teil 2

Hier noch eine kurze Einleitung.
Vier Segelbegeisterte aus dem Raum Wolfsburg trafen sich Anfang der Achtzigerjahre und vereinbarten, ihren Urlaub zukünftig mit Segeltörns auf der Ostsee zu verbringen.

Bereits beim ersten Törn im Sommer 1982 sind die einzelnen Aufgabengebiete an Bord verteilt worden. Hans-Hagen, der Eigner des ersten Schiffes – der SAMANTIS – war der Skipper. Als Vize-Skipper wurde Achim bestimmt, für die Navigation war Herrmann zuständig und um die Besegelung und die Maschine hat sich Hannes gekümmert.

In unserem Beitrag vom Oktober 2020 haben wir über den ersten Teil des Törns von Gelting-Mole nach Warnemünde berichtet und wie angekündigt, folgt jetzt der zweite Teil von Warnemünde nach Stralsund.

Wieder ist der Videofilm „Mit Neptun unterwegs“ die Basis dieses Berichtes. Zu den einzelnen Passagen im Film hat uns unser Vereinsmitglied Johann „Hannes“ Ulm wieder Erläuterungen gegeben, aus denen der Bericht entstanden ist.

 Von Warnemünde nach Stralsund

Nach 2 Tagen Erholung von unserer Nachtfahrt von Maasholm nach Warnemünde, steht nun der nächste Törn nach Stralsund auf dem Plan.

Unser Kurs (rote Linie) von Warnemünde nach Stralsund

Da wir die gut 50 Seemeilen ohne Zwischenstopp schaffen wollen, brechen wir schon recht früh in Warnemünde auf. Nach kurzer Zeit taucht an Backbord der Leuchtturm Warnemünde auf und nun geht es mit Kurs N-N-O hinaus auf die recht kabbelige Ostsee.

Haben wir den gleichen Weg?

Der Seewetterbericht sagt idealen Wind für uns voraus, er kommt aus Süd-West mit 5 bis 6 Bft (Windstärken). Unsere WINDSPIEL 2 fühlt sich so richtig wohl und bringt uns mit bis zu 8 Knoten Geschwindigkeit, vorbei an den Ostseebädern Wustrow und Ahrenshoop auf Fischland-Darß, in knapp 4 Stunden bis Darßer Ort, der Nordspitze vom Naturschutzgebiet Darß. Hier wird die erste größere Kurskorrektur notwendig, denn jetzt geht es für ca. 20 sm nur nach Osten.

Seit unserer Ausfahrt aus der Warnow kämpfen wir und unser Schiff mit den Ostseewellen. Tief taucht der Bug ein und die Gischt spritzt bis ins Cockpit. Aber trotzdem macht es viel Spaß.

So sieht es bei Windstärke 6 auf der Ostsee aus

Mit nur der Fock machen wir richtig Fahrt und erreichen nach knapp 3 Stunden unseren nächsten Kurswechsel. Zwischen der Halbinsel Bock und der Südspitze von Hiddensee biegen wir ab in Richtung Stralsund. Nun hat sich auch die See beruhigt und wir erreichen nach einer weiteren Stunde unser heutiges Tagesziel, den Hafen Nordmole von Stralsund.

Hafen an der Nordmole

Nach diesem „Ritt bei Wind und Wellen“, heißt es erstmal Erholung. Wir machen es uns an Bord gemütlich und genießen das kühle Einlaufbier. Nach einem Imbiss geht es dann bald in die Kojen, denn ein interessanter nächster Tag steht uns bevor.

Nach dem Frühstück besuchen wir zunächst das bekannte Stralsunder Meeresmuseum.

Stralsunder Meeresmuseum

Zeesenboot der Boddenfischer

Hier sind viele Berichte, Bilder und Schiffsmodelle aus der Geschichte der Seefahrt zu bewundern.

Skipper Hans-Hagen und Hannes

Einer der Höhepunkte sind die Aquarien mit Fischen aus aller Welt. Über die Vielzahl der Farben, die die Natur diesen Fischen mitgegeben hat, lässt sich nur staunen.

In Farben und Formen müssen sich unsere Heringe, Dorsche und Schollen aber noch anstrengen

Bevor es wieder an Bord geht, steht noch ein Bummel durch die Innenstadt auf dem Programm.

Hier gibt es für die nächsten Jahre noch viel zu tun

An allen Ecken und Enden der Stadt wird gebaut und restauriert. Bald werden die Schäden der Vergangenheit beseitigt sein und die alte Hansestadt Stralsund wird sich ihren Besuchern in neuem Glanz präsentieren.

Die alte Stadtmauer wird wieder aufgebaut

Zurück an Bord schmeckt das Abendessen besonders gut und gegen den Durst gibt es auch etwas.

„Und Tschüss Stralsund, wir kommen sicher nochmal wieder“

Nun treffen wir noch die Vorbereitungen für unsere Kurztörns in den nächsten Tagen.
Zunächst wollen wir quer durch den Greifswalder Bodden nach Kröslin, dann weiter nach Seedorf auf Rügen, zurück durch den Strelasund – vorbei an Stralsund – in Richtung Zingster Strom südlich von Zingst auf dem Darß.

Über die Erlebnisse auf diesen Touren werden wir in einer der nächsten Ausgaben berichten.

Text: Heinz Bisping (nach einem Interview mit Johann Ulm)

Fotos: Aus dem Videofilm “Mit Neptun unterwegs”