OSL im Oktober 2021

Liebe OSL-Freundinnen und -Freunde,

seit dem 20. September gelten die von unserem Ministerpräsidenten Daniel Günther verkündeten „offenen 3-G-Corona-Regelungen“ – die weitgehende Freiheiten für genesene, geimpfte oder getestete Mitbürger:innen zurückgebracht haben. Das hat sich auch bereits auf unser Vereinsleben ausgewirkt: Die Klönschnack-Runden werden wieder besser besucht, die Spieleabende ebenso, der Chor probt wieder wie gewohnt, und auch die Skatbrüder und -schwestern finden sich reizend. Und sogar die ersten Verabredungen für die DE ALBERTHA Kindertörns 2022 sind schon gemacht. Lediglich die Restaurierungsgruppe könnte noch etwas Zulauf gebrauchen, aber das wird sicher dann der Fall sein, wenn die Segelsaison vorbei ist und alle Boote wieder winterfest gemacht worden sind.

Wer also Zeit und Lust dazu hat und einmal erkunden möchte, was OSL so im Winter treibt, ist herzlich eingeladen, uns in unserem Vereinsheim am Hafen zu besuchen.

Bis dahin viele maritime Grüße,

Euer Jens Zywitza (1. Vorsitzender OSL)

Was liegt an

  • 17. Okt. ab 10 Uhr: Absegeln (Mail und Aushang im Fenster vom Vereinsheim)
  • 29. Oktober ab 19 Uhr Skippertreffen (Gäste sind herzlich willkommen)
  • 15. Oktober ab 18:30 Uhr Probe des Shantychors
  • 18. Oktober ab 18:30 Uhr Skatabend
  • 19. und 26. Okt. ab 19 Uhr Spiele-Gruppe
  • Jeden Mittwoch ab 19 Uhr und jeden Sonntag ab 11 Uhr: Klönschnack

Alle Veranstaltungen im/am OSL-Vereinsheim im Hafenpavillon.
Auch die neuen, gelockerten Corona-Regeln sind dabei natürlich einzuhalten.

Blick achteraus

In den Ausgaben 02/21, 04/21 und 09/21 haben wir bereits aus dem Logbuch der FRIEDA über die Törns von Laboe bis Kalmar berichtet.
Im nachfolgenden –und vorerst letzten Bericht - geht es weiter von Kalmar – durch die Meerenge zwischen der Insel Öland und dem Festland von Süd-Schweden nach Oskarshamn.

Geplante Wegstrecke: Kalmar – Zweiter Ankerplatz

„Baden mit Enten und Heringen“, so hat Uli seinen Logbucheintrag beschrieben.

Doch dazu am Ende mehr.
Kalmar war einen Stopp wert, aber wir haben noch viele Ost-Schären vor uns. Unser Plan war klar. Nordkurs zwischen Öland und Festlandschweden. Vor Oskarshamn wurde in unserem Schärenführer ein reizvoller Ankerplatz beschrieben. Dazu später.

Die Fahrzeit schätzten wir auf 6-7 Stunden, die Windvorhersage blieb bei 2 Beaufort, 6 Knoten von Ost bis Süd-Ost. Die ersten 3 Seemeilen fuhren wir unter Motor, wir wollten erst nach der Unterquerung der Ölandbrücke die Segel setzen.

Die über 6 km lange Ölandbrücke

An Steuerbord taucht der erste Leuchtturm auf, das war der Startpunkt zum Setzen der Segel.

„Alles klar zum Segelsetzen“

Vor uns eine Luffe, das Segelzeichen verriet uns den Bootstyp. Wie vorhergesagt, der Wind kommt aus Südost, mit nur 2 Beaufort. Unser erstes Ziel ist die genauso langsam vor uns segelnde Luffe einzuholen.

Die Luffe

Ranschieben, Ransegeln ist möglich, aber ganz langsam. Dauer 60 Minuten für 500 m Annäherung. Zentimeterweise kommen wir näher. Dann haben wir durch einen leichten Kurswechsel mehr Fahrt und ziehen mit etwas Abstand langsam vorbei. Aber an ein Davonkommen ist nicht zu denken. Es wird gearbeitet auf der Luffe und sie kommt wieder näher. Wir bleiben in den nächsten fünf Stunden auf Augenhöhe!

Dann schläft der Wind langsam ganz ein, die kurze Welle bleibt. Was nun kommt, nervt bekanntlich. Das Vorsegel wird vom Großsegel abgedeckt, die Welle läuft unter dem Schiff durch, beide Segel killen, schlagen und es klappern die Beschläge. Nicht gut für die FRIEDA und auch nicht gut für unsere Nerven.

Ohne ausreichend Wind sind wir der Pütscherwelle ausgeliefert. Auch das andere Boot kämpft mit den Bedingungen, nimmt einen etwas anderen Kurs und entfernt sich seitlich von uns. Unsere Entscheidung: Großsegel und Genua runter, Gennaker hoch. Die 100 Quadratmeter frei angeströmt könnten helfen.

Gennaker

Tatsächlich machen wir etwas mehr Fahrt - für die nächste halbe Stunde. Dann fällt auch der Gennaker immer wieder ein und wir entscheiden uns, den Zielort unter Motor zu erreichen. Sechs Stunden waren wir bis hierher unterwegs, nun liegt noch eine Stunde unter Motor vor uns. Die Luffe kommt wieder näher, auch ohne Segel. Sie wird doch wohl nicht...? Doch. Offensichtlich haben sie aus der Seekarte und dem „Schärenhandbuch“ mit besten Fotos und Wegbeschreibungen die gleiche Ankerbucht ausgewählt.

Kurz vor Oskarshamn gibt es eine Schärensammlung, die Ruhe und glattes, wellenfreies Wasser verspricht.

So fahren wir hintereinander, die Luffe fährt voran, wir folgen mit 300 m Abstand bis zum Eingang, der in der Wegbeschreibung durchaus anspruchsvoll rüberkommt. Hinweise auf genau einzuhaltende Abstände von Felsen machen uns zum Ende der Tagestour noch einmal sehr aufmerksam.

Hier heißt es: aufpassen

Karte und Luftbild aus dem Hamnguiden

Im schwedischen Hamnguiden, dem Natur- und Sportboothafenführer werden die Plätze bestens beschrieben und abgebildet. Das einzige Manko ist, dass aus Erfahrung nicht alle unter Wasser befindlichen Felsen eingezeichnet oder bezeichnet sind. Deshalb sind Einfahrten bei 2.50 m Wassertiefe mit Steingrund und Abstände zwischen den Felsen von zum Teil unter zehn Metern gerne sehr langsam und mit „Mensch“ im Bugausguck zu fahren. (Die Kreuze in den Bildern sind bezeichnete Steine)

Die Besatzung der Luffe wählt schnell. Abbiegen nach Backbord, an Stenkäringen und Kiddeholmen vorbei, noch 100 m Fahrt, dann Anker werfen, fertig.

Wir suchen noch. Bei uns dauert das etwas länger, auch weil ich bei der Auswahl eines Platzes etwas “speziell“ bin. Winddreher einbeziehen, Wellen vermeiden, Abend- und Morgensonne beobachten, speziell eben. Aber wir finden einen Platz. Jetzt heißt es Anker bereitmachen. Aufstoppen, Anker fallen lassen, Rückwärts einfahren, sitzt.

Traumhaft ruhig, geschützt, von Natur umgeben - Wir können uns entspannen und sofort baden.

Baden!

Aber wir haben Badegäste. Eine Entenmutter nähert sich mit ihren Küken dem Boot

Ich steige sofort aus dem Wasser und hole eine Scheibe Graubrot und die GoPro (Unterwasser)-Kamera. Wieder rein ins Wasser, Brotkrümel zubereitet und den Enten zugeworfen. Sie nähern sich schnell und fast ohne Fluchtdistanz. Die Brotkrümel werden weggeschnattert, aber es fällt auf, dass die Wasseroberfläche auch von unten durchbrochen wird.

Fische und Entenfüße

Die GoPro-Kamera wandert unter die Wasseroberfläche und später bei der Auswertung der Aufnahmen werden wir unter Lachen sehen, dass neben den kleinen Entenfüßen auch viele Heringe herumschwimmen und das Graubrot vertilgen. Wir genießen noch etwas das gemeinsame Bad mit unseren Gästen und holen ihnen dann noch eine weitere Scheibe Brot zur Belohnung.

Zurück an Bord verbringen wir einen schönen Sommerabend und sind schon gespannt, was uns auf unseren weiteren Törns erwartet.

Abendstimmung

Logbuch Kurzeintrag:

85 km, fast 50 Seemeilen, Wind 2 Beaufort abnehmend, 6.5 Stunden Fahrzeit unter Segeln, zunächst Großsegel und Genua, dann Wechsel zum Gennaker, achterlicher Wind abnehmend bis 3 Knoten, dann Gennaker runter, ab 16:30 für eine Stunde unter Motor. Ankerplatz erreicht um 17:30

Fazit: Toller Segeltag mit traumhaftem Ankerplatz!

Text und Fotos: Uli Pöhlmann und Susan Luckwaldt

Zusammenfassung: Heinz Bisping