OSL im September 2020

Liebe Leser der aktuellen OSL-Informationen!

Was liegt an

Montag, 07. September ab 19 Uhr
Vorstandssitzung

Normalerweise gibt es an dieser Stelle immer die Hinweise über weitere Aktionen, die im Laufe des aktuellen Monats im Vereinsheim stattfinden.

Der Vorstand hat in seiner Sitzung am 27. Juli 2020 ausführlich das Thema Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf das OSL-Vereinsleben behandelt.

Das Ergebnis mit den Empfehlungen ist allen Mitgliedern in einer ausführlichen Mitglieder Info übermittelt worden.

Dazu eine Checkliste über „Allgemeine Anforderungen für private Veranstaltungen und Feiern“, die auch im Fenster des Vereinsheims ausgehängt ist.

Es liegt nun an Denjenigen, die das Vereinsheim wieder als Treffpunkt nutzen wollen, sich an die Regeln und Empfehlungen zu halten, nur dann kann sich das Vereinsleben so langsam wieder normalisieren.

Blick achteraus

Nachtregatta „Ærø-Rund 2019“

Vorab ein paar Worte zu den Fotos:
Wie Sie nachfolgend lesen werden, hat es sich um eine Nachtregatta gehandelt, daher passen die Fotos nicht immer zum umgebenden Text.

Gereizt hatte es mich ja immer schon, einmal in die Nacht hinein zu segeln, und im Morgengrauen irgendwo anzukommen (hoffentlich auch da, wo man hinwollte). Daher war meine Freude groß, als ich von unseren Vereinsmitgliedern Susan Luckwaldt und Uli Pöhlmann eingeladen wurde, auf deren Segelyacht FRIEDA, einer Finngulf 391, im Juni des letzten Jahres an der Nachtregatta rund um die dänische Insel Ærø teilzunehmen. Neben uns dreien sollten noch Ulis Sohn und dessen Freundin dabei sein, leider mussten sie wegen anderer Verpflichtungen kurzfristig absagen.

Also enterten am Freitag, den 14. Juni 2019 nachmittags nur wir drei wackeren Seeleute die von den beiden Eignern bestens (technisch und kulinarisch!) für den Törn ausgerüstete Finngulf, aber nicht ohne einen mehr als kritischen Blick in den Himmel zu werfen, denn schwarze Gewitterwolken zogen auf. Und tatsächlich, noch am Steg im Laboer Gemeindehafen liegend wurden wir von einem heftigen Wolkenbruch mit Starkregen, Blitz und Donner überrascht. Würde die Regatta bei solchen Wetterverhältnissen überhaupt gestartet werden? Aber wie das hier bei uns so ist, nach einer Viertelstunde war der Spuk vorbei, und wir konnten bei wieder sichtbarer Sonne die Leinen loswerfen, um nach Schilksee überzusetzen.

Bei diesem Wind zeigt die FRIEDA, was sie kann

Dort im Olympiahafen war das Wettfahrtbüro untergebracht, wo wir unsere Startunterlagen und den Startnummernwimpel bekamen, und wo um 18:30 Uhr auch die Steuermannsbesprechung stattfand. Nachdem wir uns die letzten Wettfahrtinstruktionen abgeholt hatten, stärkten wir uns noch für die vor uns liegenden 44 Seemeilen in einer Pizzeria.

Gegen 20:00 Uhr legten dann mehr als 130 Segelboote verschiedener Klassen ab, um sich auf den Weg zur Startlinie in der Strander Bucht zu machen. Alle Teilnehmer fuhren dicht am Startschiff der Regattaleitung vorbei, um ihre Startnummer für die Wettfahrt registrieren zu lassen – und das enge Gekreuze im Bereich vor der Startlinie begann. Susan und ich bekamen das eine oder andere Mal Schnappatmung, wenn sich die Abstände der Boote untereinander in den Zentimeterbereich bewegten, Uli blieb völlig entspannt. „Es gibt doch Vorfahrtsregeln!“, meinte er nur.

Enge vor dem Start

Um 21:00 Uhr dann der Startschuss, und sofort versuchten 130 Yachten, auf dem kürzesten Wege zwischen den beiden Starttonnen hindurch zu fahren, begleitet von lauten Rufen (Uli: „Warum brüllen die denn so?“), von Segelflattern, von knarrenden Winschen, und von einem lauten Knall: Da hatten dann doch mindestens zwei Wettbewerber Gelcoat-Kontakt…! Schade um die schönen Schiffe, wäre nicht nötig gewesen. Schließlich geht es bei dieser Regatta nicht um das große Preisgeld, sondern um den großen Spaß!

Nun gut, nach ein paar Minuten hatte sich das Feld auseinandergezogen, jeder Skipper hatte offenbar einen Plan, welcher Kurs der richtige für sein Schiff sein wird, und so segelten wir alle gemeinsam einem traumhaften Sonnenuntergang entgegen.

Sonnenuntergang über der Eckernförder Bucht

Der Wind kam zunächst schwach aus Nord, dann Nordost, später mit rund 15 Knoten aus Ost. Unser Boot machte im Schnitt 6 bis 7 Knoten Fahrt, entspanntes Segeln also.

Locker mit der linken Hand, so steuert Susan die FRIEDA in Richtung Ziel

Und es war schön anzusehen, wie langsam das Tageslicht verschwand, und irgendwann vom Leuchten des Vollmondes abgelöst wurde. Ein Vollmond wirft tatsächlich silbernes Licht auf das Wasser, eine tolle Stimmung.

Das Bild bedarf keiner Worte

Und bald wurde es so dunkel, dass wir die mitsegelnden Boote nur noch über ihre Positionslaternen erkennen konnten. Die von uns geplante Route verfolgten wir über das GPS und den Kartenplotter, und abwechselnd saß jemand von uns im Bug und sagte die passierten Tonnen sowie die Navigationslichter voraus an. Es war schon spannend!

Blick über den Bug zum Regattafeld

Gegen Mitternacht sollte eine Unwetterfront unseren Kurs kreuzen, diese Vorhersage entpuppte sich dann aber zum Glück nur als ein wenig Regen mit etwas mehr Wind, beides war schnell durchgezogen. Kurz nach 03:00 Uhr am Sonnabendmorgen umrundeten wir die Nordspitze von Ærø und richteten unseren Bug einem tollen Sonnenaufgang entgegen.

Sonnenaufgang östlich von Ærø

Von Minute zu Minute wurde es heller, Zeit für einen Morgenkaffee! Kurz nach 04:00 Uhr erreichten wir dann das Zielschiff der ersten Teilregatta, in der Bucht vor Ærøskøbing, unsere Fahrzeit bis hierher wurde mit 7 Stunden und 3 Minuten registriert. Jetzt war zwar die erste Etappe vom Ærø-Rund 2019 geschafft, gerundet hatten wir die Insel damit aber noch nicht. Dazu mussten wir die Bucht wieder verlassen und noch einige weitere Seemeilen nach Marstal zurücklegen.

Dessen Marina war dann quasi unser aller Heimathafen für den Sonnabend, bevor es am Sonntag auf den 2. Teil der Regatta ging: von Marstal nach Kiel. Wir klarieren das Schiff, nehmen ein kleines Frühstück zu uns, und auf fast allen Booten klettern die Sailors in die Kojen. Während des Regattateils von Kiel nach Ærøskøbing hatte keiner von uns dreien Müdigkeit verspürt, dafür bot der Törn zu viele tolle Eindrücke. Jetzt aber, fest am Steg vertäut, wurde der Schlafsack unser bester Freund, um 10:00 Uhr war Ruhe!

Während wir schliefen, zog ein starkes Gewitter mit Hagelschlag über die Insel hinweg, der Wind frischte auf rund 40 Knoten auf, alle Flaggen standen stramm von den Masten ab. Gut, dass uns dieses Wetter nicht auf unserer Anreise überrascht hat…! Gegen 14:00 Uhr waren wir soweit wiederhergestellt, dass wir Zeit und Muße fanden, den kleinen Ort zu erkunden, und auch um Proviant für den Abend und die Rückfahrt einzukaufen. Wir verzichteten auf die große Feier zur Preisverleihung der 1.Teilregatta in der Marstaler Sporthalle, und auch auf das dort stattfindende Segler-Buffet.

Für jeden der hungrigen Skipper ist etwas dabei

Stattdessen gönnten wir uns ein rustikales Skipper-Frühstück (nun ja, eher ein Skipper-Spätstück), zusammen mit anderen Teilnehmern in den Grillhütten am Hafen. Jeder steuerte etwas zu Essen und zu Trinken bei, und so wurde das trotz des wiedereinsetzenden Nieselregens ein netter Abend.

Um 10:00 Uhr am Sonntagmorgen fiel der Startschuss für die 28 Seemeilen lange Rück-Regatta nach Kiel. Um den Startbereich zu erreichen, reihten sich die teilnehmenden Boote bereits ab 09:00 Uhr wie auf einer Perlenschnur aufgezogen im sehr engen Fahrwasser aneinander, das zu durchfahren war, um in Richtung Kieler Bucht und Kieler Förde zu gelangen.

Segler wie an der Perlenschnur

Diesmal gab es kein Geschrei um die besten Startplätze, alles lief viel ruhiger ab als beim Start in Kiel. Wahrscheinlich hatte die dänische Hyggeligkeit schon Einzug in die Gemüter der Segler gehalten.

Skipper Uli checkt die Talje

Ruhig waren dann aber auch das Wasser und der Wind, dem es kaum gelang, ein paar kleine Wellen auf die Ostsee zu zaubern. So wurde die Rückfahrt zu einer äußerst langwierigen Angelegenheit, ein Regattagefühl konnte dabei kaum aufkommen. Lange, langsame Schläge ohne wirklichen Raumgewinn, immer auf der Suche nach einer etwas stärkeren Brise (Susan: „Da hinten kräuselt sich das Wasser, fahr mal schnell da rüber!“ Ich: „Wie denn?“)

Jens am Steuerruder auf der Suche nach dem Wind

Wenigstens scheint die Sonne! Irgendwann, nach etwa 6 Stunden, kamen dann die Portalkräne von German Naval Yards in Sicht, der Plotter wies aber immer noch rund 8 Seemeilen bis nach Laboe aus. Skipper Uli entscheidet: Segel runter, Maschine an! Susan nutzt diese Planänderung dazu, noch ein kurzes Bad in der Ostsee zu nehmen, solange wir uns noch nicht von der Stelle bewegen.

Später erfahren wir, dass nur knapp 30 Boote die Regatta tatsächlich zu Ende gesegelt sind, der Rest hatte, wie wir, irgendwann genug vom Rumdümpeln und ist unter Motor in die Förde eingelaufen.

Übrigens: Die FRIEDA ist im Gesamtranking der Kiel-Ærøskøbing-Regatta auf dem 68. Platz gelandet, im Ranking ihrer Bootsklasse sogar auf Platz 3!

Danke an meine beiden Skipper für das schöne Segelerlebnis!

Text: Jens Zywitza

Fotos: Uli Pöhlmann, Jens Zywitza