OSL im September 2021

Liebe Freunde (w/m/d) von OSL,

so langsam kehrt wieder Leben in unser Vereinsheim ein, die Gruppen treffen sich regelmäßig zu den vereinbarten Terminen und auch zum Klönschnack sonntags und mittwochs finden sich immer mehr Mitglieder ein.

Wir wollen nur nicht hoffen, dass sich die derzeitige Entwicklung fortsetzt und die so mühsam gelockerten Empfehlungen wieder verschärft werden.

  • Jeden Mittwoch ab 19 Uhr und jeden Sonntag ab 11 Uhr: Klönschnack

Alle Veranstaltungen im/am OSL-Vereinsheim im Hafenpavillon.

Die zu diesem Zeitpunkt gültigen Corona-Regeln sind unbedingt einzuhalten.

Blick achteraus

In den Ausgaben 02/21 und 04/21 haben wir bereits aus dem Logbuch der FRIEDA über die Törns von Laboe nach Rönne/Bornholm sowie von Rönne nach Utklippan/Süd-Schweden berichtet.

Nun geht es weiter von Utklippan nach Kalmar – zwischen der Insel Öland und Festland Schweden.

Vor uns liegen ca. 50 sm bis zu den Schären und dann nochmal 9 sm bis Kalmar. Darum starten wir am nächsten Morgen schon relativ früh. Die Hoffnung auf Wind hatten wir zwar schon am Abend mit Hilfe des Wetterberichts begraben, aber wir wollten zeitig in unser erstes Ostschärengebiet vor Kalmar einlaufen. Obwohl wir das Segeln oder Fahren in den Westschären kennen, war wieder ein wenig Aufregung dabei. Denn zwischen den Steinen zu navigieren und sicher zu fahren, ist immer wieder eine spannende Sache, auch mit neuester Technikunterstützung. Einmal mit Schwung gegen einen Unterwasserstein macht wenig Spaß, wir wissen davon zu berichten.

Unser heutiger Kurs

Doch die Spannung wurde dieses Mal noch durch etwas Anderes befeuert. Der nächste Morgen war interessant.

Zunächst lag leichter Nebel über der Hanöbucht und auch gen Norden lag der Schleier lange noch über dem Wasser. Noch konnte man weder Sonne noch Öland erahnen. Irgendwann tauchte die lange Insel dann doch auf, über ihr bald auch die Vormittagssonne.

Öland steuerbord voraus

Die Schären unterhalb von Kalmar sind rar gesät, kein ausgedehnter Schärengarten.

Unser Ziel erreichten wir am frühen Nachmittag, Kalmar war in wenigen Seemeilen nördlich bereits gut zu sehen. Vor Anker an einer dicht bewaldeten Insel konnten wir wieder die Sonne genießen, das Wasser war hier allerdings trüb von Algen und anderen Schwebstoffen.

Am späten Nachmittag wurde der Abend schon mal eingeläutet

Plötzlich begann eine fast atemberaubende „Rushhour“ verschiedener Singvogelschwärme. Zu Hunderten flogen sie dicht an uns vorbei und verschwanden im nahen Schilfbestand. Sehr gut zu hören waren sie weiterhin, aber sichtbar nur, wenn der gesamte Schwarm wie auf Kommando abhob und kurz danach wieder im Schilf der Insel landete. Tippen würde ich auf Rohrsänger, die mit ihrem Brutgeschäft fertig waren.

Sonnenaufgang

Die Vollmondnacht brachte Wind, und am Morgen hatten wir gegen acht Uhr schon 4 m/sec Wind, rasch zunehmend. Auf unseren Anker können wir uns verlassen, auch bei fünf Beaufort hält er die FRIEDA sicher, besser natürlich ohne größere Wellen. Aber irgendwas trieb uns an und so hatten wir das Schiff in wenigen Minuten klar zum „Anker auf“. Unser Bruce-Anker wiegt 20 kg. Er wird mit den Händen hochgeholt, zunächst die Bleiankerleine und dann die zehn Meter Ankerkette. Sport am Morgen - hat bislang nie geschadet, aber an diesem Morgen war etwas anders. Susan wie immer am Steuerrad, Motor an, Leerlauf. Auf Kommando gibt sie etwas Vortrieb, um mir die Arbeit zu erleichtern, doch heute? Sehr schwer nur lässt sich die Leine bergen, der mittlerweile frische Wind treibt die FRIEDA ab. Mühsam arbeite ich mich bis zur Kette vor und noch mühsamer schaffe ich die acht Meter, bis ich fast den Anker sehe. Ich muss wieder lose geben, zu stark ist der Zug nach unten. Beim nächsten Versuch sehe ich den Anker und das Malheur dazu. Am Anker hing ein altes, „abgesoffenes“ Stellnetz. Völlig veralgt und teilweise verrottet. Mühsam waren Anker und Netz zu halten, die FRIEDA trieb wieder ab. Ich rief um „Hilfe“ nach hinten und Susan, die meinen Kampf gegen die Gewalten beobachtet hatte, rannte zu mir nach vorn, unser schärfstes Messer in der Hand. Zwei Schnitte, das Netz rauschte zurück ins Wasser und die FRIEDA war frei. Susan rannte zurück zum Steuer und manövrierte das Schiff vorsichtig in etwas tieferes Fahrwasser, während ich den Anker befestigte und Kette und Ankerleine klarierte.

Hafen Kalmar (Bild: marinas.com)

Die Fahrt aus den Schären heraus ging schnell. Unter Vollzeug segelten wir in knapp zwei Stunden bis Kalmar und machten dort im Hafen fest. Als Belohnung gab es Cappucino im Cockpit!

Resümee:

Vier überaus tolle Tage mit Inseln, die wir noch nicht kannten. Von Laboe aus hatten wir nun schon fast 400 Seemeilen zurückgelegt. Bis Stockholm sollten noch einmal mehr als 200 Seemeilen dazu kommen. Demnächst geht es dann erstmal weiter von Kalmar nach Oskarhamn.

Text und Fotos: Uli und Susan Pöhlmann

Zusammenfassung: Heinz Bisping